Grüngürtel

Wir beteiligen uns am „Biotopvernetzungskonzept“ der Stadt Rottweil

Die Stadt Rottweil ist derzeit damit beschäftigt ein schlüssiges Gesamtkonzept zu entwickeln, das die bereits vorliegenden Daten (z.B. Generalwildwegeplan, Biokartierung, Ausgleichs- und Ökoflächen und vieles mehr) zusammenfasst.

Im Zuge der Umsetzung wurde festgestellt, dass die – seitens der Stadt Rottweil – verfügbaren Datenstände wohl doch nicht alle erforderlichen Fakten und Daten umfassen.  Dieses hätte mutmaßlich zu einem lückenhaften Gesamtergebnis geführt.

Die Stadt Rottweil und das beauftragte Planungsbüro „faktorgrün“ aus Rottweil baten daher Vertreter der Teilgemeinden, sowie zahlreiche Interessenvertretungen und Vereine, zu einem ersten „Runden Tisch“ (am 07.02.2019) in den Sitzungssaal des neuen Rathauses.

Ziel war es, Bereiche innerhalb des Plangebietes (Stadt Rottweil) zu erfassen, die sich für Maßnahmen im Rahmen des „Biotopvernetzungskonzeptes“ besonders eignen.

Zudem sollten Tier- und Pflanzenarten – und deren Vorkommensbereiche – mit besonderer Relevanz aufgenommen werden. Beabsichtigt war auch, „Maßnahmen mit Dringlichkeit“ zu erfassen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Gehölzpflanzungen, das Anlegen von Kleingewässern, und Maßnahmen im Rahmen der landwirtschaftlichen Nutzung.

Der Abend war sehr konstruktiv, aber auch von konträren Sichtweisen geprägt.

So reichte dann das Diskussionsspektrum vom Anlegen von heimischen Wildkräuterflächen, z.B. an den Neckartalhängen, der konsequenten händischen Bekämpfung invasiver Verdrängungspflanzen“ (Springkraut etc.), bis hin zu massiven Forderungen. Unter anderem wurde das absolute Verbot von „Glyphosat“ auf den verpachteten landwirtschaftlichen Flächen der Stadt, sowie die Abkehr vom Maisanbau (als Biogasanlagenfutter) und die Hinwendung zu anderen Pflanzenarten, gefordert.

Auch seitens des Bürgerforums Perspektiven Rottweil wurden Vorschläge ausgearbeitet. Diese betreffen die nachfolgenden Landschaftsbereiche:

  • Eschachtal – Grün- und Heckenflächen
  • Primtal und Jungbrunnental – Grün- und Heckenflächen
  • Rottweil – Hasler-Hof (Feuchtwiesen am „Haslerhofbach“)
  • Rottweil – Römerweg (Froschweiher)
  • Rottweil – Römerhof – Wäldle
  • Rottweil – Simonstal (Hecken und Feuchtwiesen)
  • Rottweil – Gwann Wasserloch (Erddolinen)

Seitens der Stadt Rottweil wurde abschließend zugesagt, nach Auswertung der umfangreichen Datensammlung, einen „Auswertungstermin“ im Herbst 2019 durchzuführen.

Ansprechpartner: Erhard Hengsteler, Balinger Str. 162, 78628 Rottweil

„Biotopvernetzungskonzept“ – Vorläufiger Stand der Auswertung

Die Stadt Rottweil hat ihre Zusage gehalten und am 26.09.2019 zu einem zweiten „Runden Tisch“ eingeladen.

Die zahlreichen Anmerkungen und Vorschläge waren vorher seitens des Planungsbüros „faktorgrün“ aus Rottweil ausgewertet worden und wurden im Sitzungssaal des Rathauses anhand einer kurzen Präsentation und zahlreichen Planunterlagen an Stellwänden vorgestellt.

Hierbei zeigte sich, dass es sich wohl gelohnt hat, die „Ortskundigen“ in das Verfahren mit einzubeziehen. So konnten Schwerpunktbereiche lokalisiert werden, die sich grundsätzlich für eine ökologische Aufwertung eignen. Unter anderem wurde ein großer zusammen-hängender Bereich im Rottweiler Norden definiert.

Neben den Flächenaufnahmen hat das Planungsbüro auch alle eingegangen Informationen zu den benannten Tier- und Pflanzenvorkommen aufgenommen und in die Planunterlagen übertragen.

Im Rahmen der Diskussion wurde, seitens der Vertreter der bäuerlichen Betriebe, kontrovers über mögliche Veränderung diskutiert und auch Existenzängste deutlich zum Ausdruck gebracht. Positiv war zu vermerken, dass sich die Aufregung sichtbar legte, als das Thema „erforderliche Ausgleichsflächen bzw. denkbare Ausgleichszahlungen“ angesprochen wurde.

Fazit des Abends war:

  • Rottweil (mit Teilgemeinden) verfügt über viele Flächen, Wegränder, Feuchtwiesen ä. die sich für eine „Aufwertung“ eignen.
  • Es wird in nächster Zeit mit den Eigentümern „interessanter“ Flächen gesprochen.
  • Dringliche Maßnahmen sollen definiert und, soweit möglich, zeitnah umgesetzt werden.
  • Voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres wird eine weitere Veranstaltung zum Thema stattfinden.

Seitens des Bürgerforums Perspektiven Rottweil (Grüngürtel) unterstützen wir das Vorgehen der Stadt Rottweil.

Wir halten es für äußerst sinnvoll Biotopmaßnahmen „rund um Rottweil“ anzugehen und zu finanzieren. Der Stadtbezirk Rottweil (mit Teilgemeinden) bietet hierfür das notwendige Potential!

Ansprechpartner: Erhard Hengsteler, Balinger Str. 162, 78628 Rottweil

Die Rottweiler „Bernburg“ –
Aufwertung des „Bernburgweges“ ins Neckartal

Nass und ungemütlich war es Anfang Dezember diesen Jahres. Dennoch haben es sich  Reinhold Orawetz (Unternehmer und Eigentümer des Areals auf dem die „Bernburg“ einst stand) mit Frau, sowie Guntram Vater und Erhard Hengsteler (Bürgerforum Perspektiven Rottweil) nicht nehmen lassen, das geschichtlich bedeutende Gelände zu erkunden.

Der gesamte Bereich der einstigen Hof- und Burganlage wurde am 20.08.1997 durch den ehem. Oberbürgermeister der Stadt Rottweil, Herrn Dr. Arnold, zum „Grabungsschutzgebiet“ erklärt.

Die erstmalige Erwähnung der Burg geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie war im Besitz der Herren von Bernburg. Im Jahr 1417 wurde sie zerstört. Die Ruinen der mittelalterlichen Burg liegen am nördlichen Stadtrand von Rottweil unweit des thyssenkrupp-Testturms.

Die einstige Burganlage war dreigliedrig; sie bestand aus einer vorderen, mittleren und hinteren Burg. Bis heute haben sich noch die Grabenanlagen und geringe Mauerreste erhalten.

Da über die letzten Jahrhunderte hinweg nur wenig für die Erhaltung des denkmalgeschützten Areals getan werden konnte, hat sich die Vegetation in vielfältiger Form ausgebreitet. Neben unzähligen Haselnusssträuchern, Brombeerhecken, Disteln und Brennnesseln haben sich auch mehr oder minder stattliche Bäume entwickelt. Die Überwucherung gefährdet die letzten Spuren der einst bedeutenden Burganlage. Eine gezielte Beseitigung von „Wildwuchses“ würde zudem auch dem attraktiven Wanderweg (vom Neckartal zum neuen Aufzugstestturm) noch mehr Charme verleihen.

Die Begehung hat gezeigt, dass – mit etwas Engagement – die Attraktivität des historischen Weges gesteigert werden kann und zugleich die Erhaltung eines bedeutenden Bodendenkmales möglich ist. Hierin waren sich der Eigentümer und die Vertreter des Bürgerforums Perspektiven Rottweil einig.

…Fortsetzung folgt…

Ansprechpartner: Erhard Hengsteler, Balinger Str. 162, 78628 Rottweil